Regeln des Depressivseins

(ebenfalls mit freundlicher Genehmigung von erzaehlmirnix.wordpress.com):

– Depressionen müssen begründet und gerechtfertigt werden – vor jedem, der fragt. Traurig war schließlich jeder schonmal, also begründe gefälligst, warum das bei dir jetzt eine Krankheit sein soll
– lächeln in Gesellschaft bedeutet, dass du gar nicht wirklich depressiv bist, schließlich hast du gelächeltund bist somit fröhlich – Es ist wichtig den Erwartungen der Außenwelt an einen Depressiven zu entsprechen
– traurig sein in Gesellschaft bedeutet, dass du nur Aufmerksamkeit willst und du gar nicht wirklich depressiv bis
– entschuldige dich für deine Depression, schließlich geht es den armen Kindern in Afrika viel schlechter, und die sind ja trotzdem nicht depressiv, wie jeder weiß
– zeige dich dankbar für gute Ratschläge qualifizierter Laien, die dir erklären, wie du mit Willenskraft umgehend gesund wirst – betrachte es als persönliches Versagen, dass „den Arsch hoch kriegen und an die frische Luft gehen“ dich nicht sofort gesund macht
– verzichte auf jegliche Hilfe in Form von fachlicher Unterstützung oder Medikamenten – die Errungenschaften der modernen Medizin zu ignorieren ist ein Zeichen von Stärke und Vernunft
– setze Depressionen mit Schwäche gleich und gehe mit unerbittlicher Härte dagegen an – die Psyche ist dein Feind und muss bekämpft werden – verzichte auf alles, was dir gut tut – wenn du nicht trotz Depression mindestens so viel leistest wie sonst, hast du keine Belohnungen verdient
– sag dir immer wieder, dass Depressionen unnormal sind und keinesfalls nachvollziehbare Reaktionen auf Belastungen
– akzeptiere nicht, dass es dir schlecht geht und erlaube dir nicht, Verständnis für deine Symptome zu haben oder zu fordern – das ist reines Selbstmitleid und absolute Härte gegen sich selbst ist der einzig wahre Weg aus der Depression – Druck führt schließlich immer zu Fröhlichkeit

Die Zeit heilt nicht alle Wunden.

Viele Kriegskinder machten schreckliche Erfahrungen, die tief im Gedächtnis vergraben wurden – doch gerade im Alter ist die Gefahr groß, dass sich die Erinnerungen zurückmelden. Massive psychische Störungen können die Folge sein.
Das Verbundprojekt „Alter und Trauma“ (Nordrhein-Westfalen) will Informationen darüber verbreiten und Verständnis über Kriegstraumata und die Folgen wecken. Darüber hinaus sollen, u. a. im Bereich Altenhilfe und Pflege, Hilfen im Umgang mit den Symptomen vermittelt werden, um Retraumatisierungen und Trauma-Reaktivierungen zu vermeiden.
Ein wunderbares Projekt, auch ein Plädoyer für Psychotherapie im Alter, insbesondere Traumatherapie!
Auf der hervorragenden, umfangreichen Homepage findet man nicht nur viel Basiswissen, sondern auch sehr lesens-, hörens- und sehenswerte Zeitzeugenberichte.
http://www.alterundtrauma.de/start.html

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Berichte der Kommission Studium und Lehre

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) setzt „zur Behandlung besonderer wissenschaftlicher und organisatorischer Fragen“ Ausschüsse oder Kommissionen ein, die sich mit den jeweiligen Fragen beschäftigen… Eine derzeit überaus bedeutsame Frage lautet ja inzwischen, wie das Bachelor-/Masterstudium im Fach Psychologie bzw. das geplante Direktstudium Psychotherapie aussehen könnte.
Die entsprechenden Kommissionen haben ihre erarbeiteten Vorschläge für die Umsetzung nun veröf-fentlicht. Alles hier nachzulesen: http://www.dgps.de/index.php?id=2000668